© 2019 co2ncept plus e. V.

BLOG

Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Welche Instrumente und Informationsquellen können Sie bei der Bewertung betrieblicher Klimarisiken unterstützen? Wie gehen andere Unternehmen mit den Risiken des Klimawandels um? Was tut sich auf politischer Ebene im Bereich Klimarisikomanagement?

Hier finden Sie Best-Practice-Beispiele, Tools, innovative Projekte und Initiativen, interessante Studien und Analysen sowie News zu politischen Entwicklungen und Veranstaltungshinweise rund um das Management von Klimarisiken. Darüber hinaus informieren wir Sie kontinuierlich über die Fortschritte des >> Projekts „Klimawandel – Challenge Accepted!“.

Sie möchten, dass wir über Ihr Projekt oder Ihr Unternehmen berichten? Wir freuen uns auf Ihre
>> Kontaktaufnahme.

14. November 2019

WeltRisikoBericht 2019 – Fokus auf globale Wasserversorgung

Am 12. September 2019 wurde der WeltRisikoBericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. Dieser wird vom Bündnis Entwicklung hilft und der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Jeder Bericht beinhaltet den aktualisierten sog. „WeltRisikoIndex“ und widmet sich einem Thema im Speziellen. Die Ausgabe für das Jahr 2019 stellt die globale Wasserversorgung in den Fokus. Dabei geht es neben dem Zugang zu Wasser, auch um den Schutz vor Gefährdungen durch Wasser.

 

Der WeltRisikoBericht 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere Extremwetterereignisse, wie etwa Dürren, etablierte Abläufe bei der Wasserversorgung beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren insbesondere auf Überflutungen z.B.  in Folge von Tsunamis, die in ihrer Intensität zunehmen und zu Schäden an Wasserversorgungs- und Abwassersystemen führen können. Aber auch das Ansteigen des Meeresspiegels wird als akute Gefahr durch Wasser identifiziert. Zur Bewältigung dieser Auswirkungen von Wasserrisiken fordern die Autoren beispielsweise die Wirtschaft auf, die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf die Wasser- und Sanitätsversorgung rund um die einzelnen Standorte selbstständig zu gewährleisten.

Der WeltRisikoIndex gibt im Ergebnis das Katastrophenrisiko für 180 Länder weltweit an. Dieses wird durch die beiden Faktoren Exposition und Vulnerabilität abgebildet. Dabei setzt sich die Vulnerabilität aus den Indikatoren Anfälligkeit, Bewältigung und Anpassung zusammen.

Die Länder mit dem höchsten Indexwert, und damit der höchsten Gefährdung im Jahr 2019, sind Vanuatu, Antigua und Barbuda sowie Tonga. Inselstaaten weisen nach Ansicht der Autoren häufig ein hohes Katastrophenrisiko auf, da sie besonders anfällig für Wetterextreme und Naturgefahren sind. Afrika ist der Kontinent, der kumuliert dem größten Katastrophenrisiko ausgesetzt ist. Dagegen ist Europa der Kontinent mit dem geringsten Indexwert. Deutschland belegt Platz 163 von 180 und weist somit, gemäß den Berechnungen des WeltRisikoBerichtes 2019, ein sehr geringes Katastrophenrisiko auf. Das Land mit dem geringsten berechneten Katastrophenrisiko ist Katar.

>> Zugang zum WeltRisikoBericht 2019

31. Oktober 2019

Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“– Workshop am 23. Oktober 2019

Am 23. Oktober 2019 fand unser fünfter und letzter Workshop im Rahmen des >>Netzwerks „Klimarisikomanagement 2050“ statt. Dieser adressierte das Thema „Feinschliff für ein ganzheitliches Klimarisikomanagement: Betrachtung von Rohstoffen, Absatzmärkten und Szenarioanalysen“. Zu Beginn fand ein kurzer Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zur Aufgabenstellung für den Workshop statt: die Bewertung der erweiterten Fassung des Excel-Tools um den Reiter „Lieferantenrisiko“.

Im Anschluss daran ging Herr Dr. Sven-Uwe Schulz von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) auf Rohstoffrisiken auf der Angebots- und Nachfrageseite ein. Er stellte in diesem Zusammenhang die DERA-Rohstoffliste vor, die Informationen von globalen Angebotskonzentrationen und spezifischen Länderrisiken von Rohstoffen zusammenfasst. Zudem verwies er auf das Rohstoffinformationssystem (ROSYS), das Unternehmen einen ersten Einblick über den deutschen Rohstoffmarkt (z.B. Auflistung der Importe und Exporte nach Land und Rohstoffen) gibt.

In einem Erfahrungsaustausch diskutierten die Teilnehmer über den Bedarf an Rohstoffen in ihrem Unternehmen. Zudem wurden Risiken, die die Rohstoffversorgung beeinträchtigen, zusammengefasst und daraus resultierende Strategien diskutiert.

co2ncept plus gab einen Überblick über die Klima(risiko)berichterstattung. Im Zuge dessen wurden den Teilnehmern unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen, wie die EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung, vorgestellt. Weitere Schwerpunkte waren der Berichterstattungsstandard der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sowie die Vorstellung von Praxisbeispielen aus der Klimarisikoberichterstattung.

Im Anschluss stellte Herr Markus Götz (sustainable AG) die sechs Schritte für die Umsetzung einer Szenario-Analyse im Rahmen der Klimarisikoberichterstattung vor. Diese bestehen u.a. aus dem Aufbau einer Governance Struktur (z.B. Integration der Szenario-Analyse in die strategische Planung), die passgenaue Identifikation und Definition der Szenarien und die Identifikation möglicher Reaktionen (z.B. Änderungen am Geschäftsmodell oder Portfolio).

Herr Simon Müller (HPC AG) präsentierte den Teilnehmern eine beispielhafte Modellierung eines Starkregenereignisses. Im Zuge dessen gab er eine Einführung in das Starkregenrisikomanagement. Dieses beinhaltet eine Gefährdungs- und Risikoanalyse. Darauf basierend führt die Erarbeitung von strategischen Maßnahmen zu einem Handlungskonzept (z.B. bauliche Maßnahmen, Kommunikation möglicher Gefahren).

Herr Dr. Ralph Hintemann (Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit) ging in seinem Vortrag auf die Auswirkungen globaler Megatrends, wie dem Klimawandel, auf Absatzmärkte von Unternehmen ein. Einerseits warnte er vor einer Gefährdung bestehender Geschäftsmodelle z.B. durch die öffentliche Sensibilisierung für Nachhaltigkeit. Andererseits hob er insbesondere die Rolle der Digitalisierung für die Zukunft hervor (z.B. Klimabeitrag durch das Einsparen von Papier oder Dienstreisen). In diesem Zusammenhang diskutierten die Teilnehmer, wie sie ihre Produktportfolios im Zuge globaler Megatrends anpassen und welche Chancen sich daraus für die Geschäftsmodelle ergeben.

Im Anschluss stellte co2ncept plus die Erweiterung des Excel-Tools um die Reiter „Rohstoffrisiken“ und „Absatzmärkte“ vor. Abschließend fand eine Feedbackrunde zum Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“ statt. Dabei wurden die Erfahrungen, die im Rahmen des Projektes gewonnen wurden, vorgestellt. Zudem gingen die Teilnehmer u.a. auf erste Pläne und Projekte ein, die veranschaulichten, wie das Thema weiterverfolgt werden soll.

30. Oktober 2019

Bewährte Praktiken im Umweltmanagement: Empfehlungen für das Klimarisikomanagement im Automobilsektor

Die EMAS-Verordnung (Eco Management and Audit Scheme) sieht in Artikel 46 die Erstellung branchenspezifischer Referenzdokumente vor, die u.a. bewährte Praktiken im Umweltmanagement beinhalten sollen. Ein entsprechendes Dokument für den Automobilsektor ist seit dem 07. Februar 2019 in Kraft. Dieses basiert auf einem Best-Practice-Bericht des Joint Research Centers (JRC). Einige Praktiken zielen auf die Anpassung von Standorten an die Auswirkungen von Klimarisiken ab.   

So wird beispielsweise die Installation von Dachbepflanzungen in Industriestandorten empfohlen. Bei Starkregenereignissen kann nach Ansicht der Autoren durch die Regenwasserbindung des Gründachs einer Überflutung entgegengewirkt werden. Zudem könne die Lebensdauer des Dachs durch den Schutz vor Witterung, den eine Dachbepflanzung bietet, erhöht werden.

Eine weitere Empfehlung beinhaltet die Installation eines Wasserauffang- bzw. aufbereitungssystem. Dieses kann den Bedarf der Wasserentnahme am Produktionsstandort reduzieren. Gerade in Gebieten, die von Hitze und Dürren betroffen sind, kann dies nach Ansicht der Autoren die Produktionsleistung absichern.

>> Branchenspezifisches Referenzdokument für bewährte Umweltpraktiken im Automobilsektor

>> Best-Practice-Bericht des JRC über Umweltmanagement im Automobilsektor

>> EMAS-Verordnung (1221/2009/EG)

16. Oktober 2019

Neue Prognose zur Erwärmung in Europa durch das Projekt MiKlip

Für den Zeitraum bis zum Jahr 2028 prognostiziert das Projekt „Mittelfristige Klimaprognosen (MiKlip)“ einen Anstieg der Temperatur-Mittelwerte in Europa um mehr als einen Grad Celsius gegenüber den Jahren 1980 bis 2010. Mit dieser Vorhersage würde der Zeitraum bis zum Jahr 2028 zur heißesten Periode seit dem Beginn von systematischen Wetteraufzeichnungen gehören. Dabei sei der Grad der Erwärmung im Osten Europas größer als im westlichen Teil. Südosteuropa wird durch die Klimaforscher als Region identifiziert, in der die Erwärmung am stärksten erfolgen wird.

MiKlip soll Unternehmen und die Gesellschaft bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Dafür haben verschiedene Projektpartner, darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg (MPI) oder der Deutsche Wetterdienst (DWD) ein Vorhersagesystem (COSMO-CLM) entwickelt. Dieses bietet mittelfristige Klimaprognosen mit regionaler Auflösung für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren an. Der regionale Fokus bedeutet, dass dem Vorhersagesystem ein Gitterboxsystem mit einer Maschenweite von 25 Kilometern zu Grunde liegt.

Die Berechnungen beruhen auf dem globalen Klimamodell ECHAM des MPI, das im Rahmen von MiKlip verfeinert wurde. Dafür werden detaillierte Informationen für Europa, beispielsweise über die Topografie verwendet. Auf Basis dieser Informationen werden Wind, Niederschlag und Windströme in den jeweiligen Gitterboxen berechnet. Das MiKlip-System befindet sich aktuell noch in der Testphase und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

>> Zugang zur Projektwebseite MiKlip

02. Oktober 2019

Förderrichtlinie GründachPLUS für das Land Berlin vorgestellt

Am 21. August 2019 ist die neue Förderrichtlinie GründachPLUS des Landes Berlin in Kraft getreten. Deren Förderung wird als nicht-rückzahlbare Zuwendung im Rahmen einer De-minimis Beihilfe gewährt und richtet sich insbesondere an Grundeigentümer. Gegenstand der Förderung ist die Dachbegrünung von Bestandsgebäuden in verdichteten Berliner Stadtgebieten. Diesbezüglich ist in der Förderrichtlinie (Anlage 1) nach Postleitzahlen ausgewiesen, welche Standorte sich im geografischen Fördergebiet befinden.

Das Förderprogramm GründachPLUS, das ursprünglich als „1000 grüne Dächer“ tituliert wurde, sieht zwei Förderwege vor. Neben der regulären Förderung ist dies das s.g. „Green Roof Lab“. Hierbei sollen innovative und experimentelle Projekte der Dachbegrünung mit besonderer Gemeinwohl-orientierung gefördert werden.

Die zentralen Bestandteile der Förderrichtlinie können der nachfolgenden Auflistung entnommen werden:

Förderprogramm GründachPLUS (Projektträger: IBB Business Team GmbH):

Förderung:                                                                    Reguläre Förderung oder „Green Roof Lab“

Antragsberechtigte:                                                     u.a. Grundeigentümer

Vorgeschriebenes geografisches Fördergebiet:     Ja siehe Anlage 1 in der Förderrichtlinie

                                                                                       (für Green Roof Lab Ausnahme möglich)

Art der Gebäude:                                                         Bestand

                                                                                        (für Green Roof Lab Ausnahme möglich)

Mindestfläche:                                                             100 m2

Vegetationsschicht:                                                     mind. 10 cm

                                                                                        (bei Green Roof Lab: deutlich über 10 cm)

Art der Finanzierung:                                                  Projektfinanzierung, Anteilsfinanzierung

Förderhöhe:                                                                 75 Prozent der förderfähigen Kosten

                                                                                       max. 60.000 Euro pro Gebäude

                                                                                       max. 60 Euro pro m2

                                                                                       bei Green Roof Lab bis zu 100 Prozent

Förderung der Planungskosten:                               50 Prozent, max. 10.000 Euro

Ende der Antragsfrist:                                                31. Dezember 2022

                                                                                       (Bearbeitung ab 01.November 2019)

Zweckbindungsfrist:                                                  10 Jahre ab Fertigstellung

Fertigstellungspflege:                                                 Verpflichtend bis 12 Monate nach Anlage

>> Website GründachPLUS

>> Förderrichtlinie GründachPLUS (unter ursprünglichem Titel 1000 grüne Dächer)

27. September 2019

Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“– Workshop am 17. September 2019

Am 17. September 2019 fand unser vierter Workshop im Rahmen des >>Netzwerks „Klimarisikomanagement 2050“ statt, der das Thema „Klimarisiken in der Supply Chain managen“ behandelte.

Der Workshop wurde durch einen Vortrag von co2ncept plus eröffnet, der die Klimarisiken entlang globaler Wertschöpfungsketten zusammenfasste. Anhand von Beispielen aus der Praxis wurden den Teilnehmern mögliche Maßnahmen zur klimasicheren Ausgestaltung von Wertschöpfungsketten vorgestellt.

Im Anschluss erfolgte ein kurzer Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zur Aufgabenstellung für den Workshop: die Bewertung der erweiterten Fassung des Excel Tools „Climate Risk Detector“, das Unternehmen beim individuellen Klimarisikomanagement unterstützen soll. Das Tool wurde im Nachgang zum vorangehenden Workshop um zwei neue Reiter „Wasserrisiken“ und „Risiken Logistik“ ergänzt.

Frau Petra Becker (Continental Automotive GmbH) stellte das Cloud-basierte Tool „MSM 12h“ ihres Konzerns vor. Dieses wird zentral gesteuert und soll eine Transparenz in der gesamten Lieferkette des Konzerns schaffen. Etwaige Engpässe eines Lieferanten werden zeitnah in der Cloud erfasst und ermöglichen eine schnelle Reaktion.

Im Anschluss berichtete Frau Ann-Kathrin Zotz (International Trade Center) basierend auf ihren Erfahrungen aus dem Projekt „Climate Expert“ über die speziellen betrieblichen Klimarisiken in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel des Projektes ist es, insbesondere KMUs beim Klimarisikomanagement zu unterstützen (z. B. Durchführung einer individuellen Risikoanalyse für den Betriebsstandort, Entwicklung möglicher Anpassungsstrategien).

 

Herr Prof. Dr. André Krischke (Hochschule München) gab in seinem Vortrag Empfehlungen für die einzelnen Schritte des Supply Chain Management-Prozesses und ging auf die steigende Bedeutung des „Internet of Things“ ein (z. B. Risikosimulationen durch GIS).

 

Inwiefern die Unternehmen der Netzwerkteilnehmer von extremwetterbedingten Ausfällen in der Wertschöpfungskette betroffen waren und wie solche vorgebeugt werden, wurde in einer Gruppenübung diskutiert. Dabei wurden u.a. Überflutungen, Starkregen und Brände, als Ursachen für Betriebsausfälle und -störungen hervorgehoben.

 

Herr Andreas Maushake (Balluff GmbH) stellte das Lieferantenmanagement seines Unternehmens vor. Mit der sog. „3D-Risikobewertung“ werden Material- und Lieferantenrisiken sowie potentielle Auswirkungen auf den Umsatz der Balluff GmbH betrachtet. Herr Maushake ging in diesem Kontext insbesondere auf den Umgang mit Klimarisiken ein.

Zum Abschluss des Workshops stellte co2ncept plus die Erweiterung des Excel Tools „Climate Risk Detector“ um den Reiter „Lieferkette“ vor.

18. September 2019

Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ des BMVI

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat am 04. Juli 2019 den Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ vorgestellt. Dieser soll zuverlässige Transportbedingungen am Rhein schaffen und wurde in Kooperation mit den vor Ort betroffenen Unternehmen ausgearbeitet. Die zunehmenden Trockenperioden der letzten Jahre haben Niedrigwasser im Rhein hervorgerufen. Die damit eingeschränkte wirtschaftliche Nutzbarkeit des Rheins führte beispielsweise im Jahr 2018 zu Versorgungsengpässen (z.B. bei Kraft- und Rohstoffen, die oftmals über den Rhein zu Abnahmestellen transportiert werden) für Unternehmen und private Verbraucher.

Kurzfristig soll im Bereich der Informationsbereitstellung die Wasserstands-Vorhersage sowie die digitale Bereitstellung der aktuellen Tiefenstände im Rhein verbessert werden. Zudem ist die Einrichtung des DAS - Basisdienstes Klima & Wasser im Zuge der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vorgesehen.

Die Entwicklung und der Ausbau einer Flotte von niedrigwassergeeigneten Schiffstypen sowie von modernen „Leichtersystemen“ (flacher Schiffstyp mit geringem Tiefgang) sollen kurz- bis mittelfristig die benötigten Transportkapazitäten auch bei Niedrigwasser sicherstellen.

Mittelfristig sollen die Infrastrukturmaßnahmen, die im Bundesverkehrswegeplan 2030 die Abladeoptimierung im Mittel- und Niederrhein betreffen, beschleunigt werden. Dafür schlägt der Aktionsplan die Etablierung neuer gesetzlicher Regelungen „für ausgewählte Vorhaben“ (Vorschalt- und anschließend Maßnahmengesetz) als Ersatz des vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahrens vor.

Zudem sollen langfristige Maßnahmen identifiziert werden, die trotz zunehmender Perioden von Trockenheit die wirtschaftliche Nutzbarkeit des Rheins sicherstellen.

>> Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ des BMVI

04. September 2019

Das BryoSYSTEM: Klimaanpassung durch eine immergrüne Moos-Fassade

Das Start-up Artificial Ecosystems aus Kaiserslautern hat mit dem BryoSYSTEM ein selbstbegrünendes Bauelement entwickelt, das u.a. zur Lärmein- bzw. Wärmedämmung in Städten genutzt werden kann. Dieses kann als vorgefertigtes Modul vertikal zur Begrünung von Industrie- und Lagerhallen, als Luftfilter am Straßenrand oder an Fassaden von Wohngebäuden angebracht werden.

Die Gründer verwenden Moose, da sie diese als besonders klimaresistent ansehen und Moose ihre Nährstoffe (bspw. CO2) direkt aus der Luft filtern. Dementsprechend lassen sich nach Ansicht der Gründer u.a. folgende Potentiale für ungenutzte Flächen an Gebäuden ableiten:

  • Luftfilter: Bildung von Sauerstoff und Bindung von CO2, NOx und Feinstaub

  • Dämmung von Gebäuden: Kühlung im Sommer und Wärmedämmung im Winter

  • Niederschlagsbindung: Modul als Wasserpuffer durch

  • Lärmdämmung: Verminderung der Lärmbelastung durch Vertikalbegrünung

 

Die Moose müssen zu Beginn nicht gepflanzt werden. Vielmehr sollen das verwendete Substrat und die Oberflächenstruktur des Bauelements eine selbstständige Ansiedlung des Mooses durch Sporen in der Luft ermöglichen. Nach erfolgter Selbstbegrünung (keine Zeitangabe) soll die vertikale Moosfläche ganzjährig grün wirken und für den Kunden wartungsfrei sein. Verschiedene Sensoren überwachen die unterschiedlichen Umweltparameter (z.B. Feuchtigkeit). Die Firma Artifical Ecosystems ist aktuell auf der Suche nach Kooperationspartnern für Pilotprojekte.

>> Website von Artifical Ecosystems

23. August 2019

WWF-Bericht „Risiko Dürre: Der weltweite Durst nach Wasser in Zeiten der Klimakrise“

Im WWF-Bericht vom 22. August 2019 wird das Dürrerisiko beispielsweise für Kraftwerksstandorte, Städte und landwirtschaftliche Anbaugebiete weltweit analysiert. Die Untersuchung basiert auf einer Auswertung externen Datenquellen und der Verwendung des WWF Water Risk Filters (siehe auch Blog-Beitrag vom 18. April 2019). Das Dürrerisiko wird im Bericht in Form von verschiedenen Indikatoren, wie beispielsweise dem Wassermangel, dem Grundwasserstress oder den projizierten Änderungen im Auftreten von Dürren, abgebildet.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit 370 Millionen Menschen in Dürrerisikogebieten leben und 55 Millionen Menschen jährlich direkt von einer Dürre betroffen sind. Die Landwirtschaft ist als Wirtschaftszweig, nach Ansicht des Berichtes, am stärksten durch das Dürrerisiko beeinflusst. So erfolgt beispielsweise 22 Prozent der weltweiten Weizenproduktion (entspricht jährlich ca. 124 Millionen Tonnen) in Dürrerisikogebieten statt.

Auch die Energieversorgung ist dem Risiko Dürre ausgesetzt. Bei der nuklearen bzw. fossilen Energieproduktion wird Wasser benötigt, um unter anderem Kraftwerke zu kühlen oder Rohstoffe über Wasserstraßen zu transportieren. Bei Wasserkraftwerken dient das verfügbare Wasser als Antrieb für die Turbinen und damit als Quelle der Energieproduktion. Im Falle einer extremen Trockenheit steht nicht ausreichend Wasserkapazität für die Energieproduktion zur Verfügung.

Der Bericht des WWF konstatiert, dass global 49 Prozent der Wärmekraftwerkskapazität (insb. Kohle, Atomkraft, Erdgas) mit einem hohen bis sehr hohen Dürrerisiko konfrontiert sind. Insgesamt fünf Prozent der globalen Wasserkraftkapazität sind von einem derartigen Risiko betroffen.

In Europa identifiziert der Bericht des WWF ein Dürrerisiko in der Energieproduktion auch für Deutschland. Hier sind vier Kohle- und jeweils ein Gas- bzw. Wasserkraftwerk in Brandenburg vom Risiko „Dürre“ in hohem Maße betroffen. In Frankreich befinden sich unter anderem vier Atomkraftwerke und in Spanien sogar über die Hälfte aller Kraftwerke an Standorten mit einem hohen bis sehr hohen Dürrerisiko.

Der WWF richtet als Konsequenz dieses Berichtes Forderungen an Politik, Unternehmen, Finanzwirtschaft und Verbraucher. Diese umfassen beispielsweise die Einordnung des Süßwasserschutzes als zusätzlichen Schwerpunkt der Klimaanpassung, die ambitioniertere Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Bereich des Gewässerschutzes oder ein nachhaltiges Wassermanagement für Unternehmen.

>> WWF-Bericht: „Risiko Dürre: Der weltweite Durst nach Wasser in Zeiten der Klimakrise“

09. August 2019

EBA-Forschungsbericht zur Klimaanpassung von Regelwerken im Bahnverkehr

Der Bahnbetrieb in Deutschland wird durch eine Vielzahl an Regelwerken, Verordnungen und Normen reguliert. Das Richtlinienwesen der Deutschen Bahn oder die Bestimmungen des Deutschen Instituts für Normung (DIN) geben beispielsweise die Anforderungen bei der Trassenführung oder die Lebensdauer von Gleisen vor. Der Forschungsbericht des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), der am 08. März 2019 veröffentlicht wurde, identifiziert den Anpassungsbedarf der bestehenden Regelwerke im Bahnbetrieb aufgrund der Einflüsse des Klimawandels.

Er kommt zu dem Ergebnis, dass ein hoher Anpassungsbedarf in den bestehenden Regelwerken existiert. Verstärkte Extremwitterung führt nach Ansicht der Autoren beispielsweise zu einer größeren Abnutzung der verbauten Materialien (bspw. Gleise oder Oberleitungen). Diese direkten Auswirkungen des Klimawandels müssen in den entsprechenden Regelwerken und Normen berücksichtigt werden. Ferner müssen die Standards der Materialbeschaffenheit oder die Wartungsintervalle aktualisiert werden. Insbesondere im Bereich der Tragsicherheit der Bahninfrastruktur werden 120 hohe Anpassungsbedarfe in den entsprechenden Regelwerken durch den Forschungsbericht identifiziert.

>> EBA-Forschungsbericht

1 / 6

Please reload