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Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Welche Instrumente und Informationsquellen können Sie bei der Bewertung betrieblicher Klimarisiken unterstützen? Wie gehen andere Unternehmen mit den Risiken des Klimawandels um? Was tut sich auf politischer Ebene im Bereich Klimarisikomanagement?

Hier finden Sie Best-Practice-Beispiele, Tools, innovative Projekte und Initiativen, interessante Studien und Analysen sowie News zu politischen Entwicklungen und Veranstaltungshinweise rund um das Management von Klimarisiken. Darüber hinaus informierten wir kontinuierlich über die Fortschritte des >> Projekts „Klimawandel – Challenge Accepted!“.

30. Dezember 2019

Ergebnisse des Netzwerks veröffentlicht: Arbeitsunterlagen, Tool und Leitfaden

Auf unserer Webseite stehen Ihnen ab heute sämtliche Vorträge und Arbeitsunterlagen aus dem Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“ zum Download zur Verfügung. Die Arbeitsdokumente enthalten wertvolle Informationen rund um die Identifizierung und das Handling klimabezogener Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ferner finden Sie auf unserer Webseite den Leitfaden "Klimarisikomanagement 2050 – Betriebliche Klimarisikostrategie Step-by-Step entwickeln". Dieser fußt auf den Erfahrungen des Netzwerk und zielt darauf ab, Sie beim Aufbau eines vorausschauenden, proaktiven und vor allem ganzheitlichen Klimarisikomanagement zu unterstützen. Der Leitfaden zeigt auf, wie vielfältig die Aspekte sind, die es beim Umgang mit Klimarisiken zu berücksichtigen gilt. Zudem gibt er praktische Handlungsempfehlungen, wie eine betriebliche Klimarisikostrategie "auf eigene Faust" und Step-by-Step entwickelt werden kann.

Der Leitfaden wird durch ein excelbasiertes Tool flankiert, das gemeinsam mit den Teilnehmern des Netzwerks entwickelt wurde: Der sog. „ClimateRisk-Mate“ hilft Unternehmen bei der Identifizierung und Bewertung von Klimarisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Den Leitfaden "Klimarisikomanagement 2050 – Betriebliche Klimarisikostrategie Step-by-Step entwickeln" finden Sie >> hier.

Den "ClimateRisk-Mate" inklusive einer Anleitung zur Anwendung des Tools finden Sie >> hier.

27. Dezember 2019

Studie zu den Folgen des Klimawandels im Bergbau

Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) untersuchten adelphi, das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und das Sustainable Minerals Institute (SMI) der University of Queensland, in welcher Art und Weise der Bergbau durch den Klimawandel betroffen ist. Auch die Auswirkungen auf die Rohstoffsicherheit und die Umweltwirkungen wurden adressiert.

Hierbei werden die Ergebnisse aus fünf Fallstudien, die sich jeweils mit einer Bergbauregion beschäftigen (Australien, Kanada, Chile, Südafrika und Indonesien), zusammengeführt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Bergbausektor insbesondere durch zunehmende Extremwetterereignisse betroffen ist. Hitzewellen, Dürren oder Bodenerosionen können zu einem Produktionsrückgang führen. Aufgrund von Hitzestress der Arbeiter oder fehlendem Betriebswasser ist keine Förderung der Rohstoffe möglich. Überflutungen, Stürme oder Wald- und Buschbrände können den Transport der Mineralien verzögern oder stoppen, wenn die notwendige Verkehrsinfrastruktur beschädigt wird. Damit können auch die Versorgung mit den abgebauten Mineralien und somit die Rohstoffsicherheit gefährdet werden.

Aufgrund der Ergebnisse der Studie fordern die Autoren effektive und persistente Anpassungsmaßnahmen für den Bergbausektor. Anpassungsstrategien sollten dabei nach Ansicht der Studie in den Bergbauunternehmen und den staatlichen Kontrollstellen eine höhere Bedeutung erhalten. In diesem Zusammenhang könnten z.B. Betroffenheitsanalysen für bestehende und zukünftige Förderprojekte sowie der Aufbau einer Frühwarnstruktur realisiert werden.

Die Kooperation zwischen den Bergbaukonzernen und den umliegenden Gemeinden ist nach Ansicht der Autoren bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels unabdingbar. So sind die Anlieger insbesondere bei der Renaturierung oder der Nutzung von Chancen durch den Klimawandel wichtige Partner. Im Fallbeispiel Kanada verweist die Studie diesbezüglich auf die Nutzbarkeit neuer Schifffahrtswege durch die zunehmende Eisfreiheit, die allerdings zunächst der Zustimmung der umliegenden Bevölkerung bedarf.

Zudem führen die Autoren an, dass bei den Anpassungsmaßnahmen ein Augenmerk auf sog. „Tailing-Dämme“ und alte Minen gelegt werden sollte. Diese seien eine hohe Belastung für die Umwelt und können bei Dammbrüchen auch Siedlungen bedrohen. Die Gefährdung von Standorten durch die Folgen des Klimawandels soll laut Studie zudem zentraler Bestandteil der Risikoabschätzung von Investoren bei Investitionen in Bergbaukonzernen sein.

>> UBA-Veröffentlichung zu den Folgen des Klimawandels für den Bergbau

23. Dezember 2019

Bericht der Global Commission on Adaptation

Am 10. September 2019 hat die Global Commission on Adaptation den Bericht „Adapt now: A global call for leadership on climate resilience“ veröffentlicht. Darin wird betont, dass neben Gründen des Umweltschutzes und der humanitären Hilfe auch wirtschaftliche (Eigen)Interessen für die Anpassung an den Klimawandel sprechen. So kann laut Bericht der Ertrag (u.a. im Hinblick auf vermiedene Schäden und wirtschaftlichen oder sozialen Gewinn) aus weltweiten Investitionen in Höhe von 1,8 Billionen Dollar in fünf Kernbereichen im Zeitraum zwischen den Jahren 2020 und 2030 um das Vierfache (7,1 Billionen Dollar) größer sein.

Als fünf Investitionsbereiche wurden Frühwarnsysteme, die klimaresiliente Infrastruktur, die an Dürre angepasste Landwirtschaftsproduktion, der Schutz von Mangrovenwald und die Resilienz von Wassermanagementsystemen benannt. Der Bericht spricht neben den Chancen, die Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel bieten, auch die Risiken bzw. Gefahren im Falle ausbleibenden Handelns an. So seien beispielsweise eine Verringerung der globalen landwirtschaftlichen Produktion um 30 Prozent bis zum Jahr 2050 zu erwarten. Zudem könnten die Kosten aufgrund steigender Meeresspiegel sowie häufigeren starken Stürmen für Küstenregionen ab dem Jahr 2050 jährlich bis zu einer Billion Dollar betragen.

Die Global Commission on Adaption wird von 23 Ländern weltweit unterstützt, darunter auch Deutschland, Kanada oder den Niederlanden. Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban-Ki-Moon steht ihr vor, wobei ihn Bill Gates, Gründer von Microsoft, und Kristalina Georgieva, Managing Director des Internationalen Währungsfonds, als Stellvertreter unterstützen. Das Ziel der Kommission ist es, Länder, Städte, Kommunen und Unternehmen auf die Notwendigkeit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen und entsprechende Investitionen anzuregen.

>> Bericht: Adapt now: A global call for leadership on climate resilience

10. Dezember 2019

Zweiter Monitoring-Bericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel veröffentlicht

Am 26. November 2019 wurde der zweite Monitoring-Bericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Kooperation mit dem Umweltbundesamt (UBA) in Berlin vorgestellt. Dem Bericht zufolge werden die Folgen der globalen Erderwärmung auch in Deutschland spürbarer. So ist die mittlere Lufttemperatur von 1881 bis 2018 um insgesamt 1,5 Grad Celsius angestiegen. Alleine in den letzten fünf Jahren ist ein Zuwachs um 0,3 Grad Celsius zu verzeichnen. Die daraus resultierenden Auswirkungen sind neben erhöhten Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung u.a. stärkere Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft.

Die Folgen der Erderwärmung treffen auch die Wirtschaft in Deutschland, so der Monitoring-Bericht. So führen die steigenden Temperaturen zu einer hitzebedingten Minderung der Leistungsfähigkeit oder zum steigenden Trend bei den Kühlgradtagen, wodurch die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz steigen. Zudem sind Infrastrukturen, die für betriebliche Logistikprozesse von Relevanz sind, wie etwa Straßen und Schienen Extremwetterereignissen ausgesetzt. Sie können beispielsweise durch Starkregen oder Stürme beschädigt werden.

 

Der Bericht verweist diesbezüglich auf Versicherungsschäden im Jahr 2018 in Höhe von 2,6 Milliarden Euro an Häusern, Gewerbe- und Industriebetrieben. Die Versicherungswirtschaft stuft das Jahr 2018 als eines der viertschwersten Sturmjahre in den letzten 20 Jahren ein. Trocken- bzw. Dürreperioden führen zudem immer wieder zu Niedrigwassereinschränkungen an kritischen Wasserwegen, beispielsweise am Rhein.

 

Weitere Probleme sieht der Monitoring-Bericht 2019 insbesondere in der Landwirtschaft. Dabei ist die Verfügbarkeit von Wasser ein Hauptproblem. Im Jahr 2018 seien in der Landwirtschaft Schäden durch Trockenheit und Hitze in Höhe von 700 Millionen Euro entstanden. Zudem verschieben sich die Jahres- und Vegetationszeiten, so dass sich beispielsweise Krankheiten wie das Dengue- und Chikungaya-Fieber verbreiten können. Diese werden durch Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Erdregionen, die sich aufgrund der wärmeren klimatischen Bedingungen in Deutschland ausbreiten können, übertragen.

 

Der Monitoring-Bericht wurde im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) erstellt. Durch ein fortlaufendes Monitoring soll eine systematische Beobachtung von Klimawirkungen und Anpassung erfolgen.

>> Pressmitteilung Monitoring-Bericht 2019 des BMU und UBA

>> Zweiter Monitoring-Bericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

27. November 2019

Vorstellung des Deutschland-Berichtes des Lancet-Countdowns

Am 14. November 2019 wurde erstmals ein Deutschland-Bericht durch die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ in Berlin vorgestellt. Dieser ist Teil des internationalen Forschungsprojektes „The Lancet Countdown on Health and Climate Change“. Der Deutschland-Bericht entstand in Kooperation u.a. mit der Bundesärztekammer oder der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er gibt eine Prognose über die medizinischen Folgen des Klimawandels bis 2100 für Deutschland, wenn die CO2-Emissionen nicht reduziert werden.

Die Autoren erwarten jährlich bis zu fünf zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland. Für Süddeutschland seien bis zu 30 zusätzliche Hitzewellen im Jahr wahrscheinlich. Die Autoren warnen vor den damit einhergehenden Gesundheitsgefahren, u.a. durch Hitzestress und einer hohen bodennahen Ozonkonzentration. Diese könnten sich beispielsweise in Form von Hitzschlägen, Herzinfarkten oder akutem Nierenversagen auswirken. Ältere Menschen, Säuglinge, Patienten mit chronischen Erkrankungen und Personen, die schwere körperliche Arbeit im Freien ausüben, seien besonders gefährdet.

Neben den direkten Gefahren für den Körper, warnen die Autoren auch vor den indirekten Auswirkungen des Klimawandels. Dabei betonen sie insbesondere die gesteigerte Gefährdung durch Infektionskrankheiten. Dies betrifft beispielsweise FSME oder Borreliose (Übertragung durch Zecken oder Mücken), aber auch neue Infektionskrankheiten wie z.B. Dengue oder Zika.

Im Rahmen des Deutschland-Berichtes fordern die Autoren von Bund und Ländern die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen. Dies umfasst beispielsweise die Aufstockung der personellen und räumlichen Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen. Neben konkreten Maßnahmenplänen für Kliniken, Not- und Rettungsdiensten sei dies eine geeignete Reaktion auf die zunehmenden Extremwetterereignisse, so die Autoren. Zudem solle die Forschung zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die individuelle Gesundheit intensiviert werden.   

>> Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 14. November 2019

>> The Lancet Countdown on Health and Climate Change: Report 2019

14. November 2019

WeltRisikoBericht 2019 – Fokus auf globale Wasserversorgung

Am 12. September 2019 wurde der WeltRisikoBericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. Dieser wird vom Bündnis Entwicklung hilft und der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Jeder Bericht beinhaltet den aktualisierten sog. „WeltRisikoIndex“ und widmet sich einem Thema im Speziellen. Die Ausgabe für das Jahr 2019 stellt die globale Wasserversorgung in den Fokus. Dabei geht es neben dem Zugang zu Wasser, auch um den Schutz vor Gefährdungen durch Wasser.

 

Der WeltRisikoBericht 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere Extremwetterereignisse, wie etwa Dürren, etablierte Abläufe bei der Wasserversorgung beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren insbesondere auf Überflutungen z.B.  in Folge von Tsunamis, die in ihrer Intensität zunehmen und zu Schäden an Wasserversorgungs- und Abwassersystemen führen können. Aber auch das Ansteigen des Meeresspiegels wird als akute Gefahr durch Wasser identifiziert. Zur Bewältigung dieser Auswirkungen von Wasserrisiken fordern die Autoren beispielsweise die Wirtschaft auf, die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf die Wasser- und Sanitätsversorgung rund um die einzelnen Standorte selbstständig zu gewährleisten.

Der WeltRisikoIndex gibt im Ergebnis das Katastrophenrisiko für 180 Länder weltweit an. Dieses wird durch die beiden Faktoren Exposition und Vulnerabilität abgebildet. Dabei setzt sich die Vulnerabilität aus den Indikatoren Anfälligkeit, Bewältigung und Anpassung zusammen.

Die Länder mit dem höchsten Indexwert, und damit der höchsten Gefährdung im Jahr 2019, sind Vanuatu, Antigua und Barbuda sowie Tonga. Inselstaaten weisen nach Ansicht der Autoren häufig ein hohes Katastrophenrisiko auf, da sie besonders anfällig für Wetterextreme und Naturgefahren sind. Afrika ist der Kontinent, der kumuliert dem größten Katastrophenrisiko ausgesetzt ist. Dagegen ist Europa der Kontinent mit dem geringsten Indexwert. Deutschland belegt Platz 163 von 180 und weist somit, gemäß den Berechnungen des WeltRisikoBerichtes 2019, ein sehr geringes Katastrophenrisiko auf. Das Land mit dem geringsten berechneten Katastrophenrisiko ist Katar.

>> Zugang zum WeltRisikoBericht 2019

31. Oktober 2019

Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“– Workshop am 23. Oktober 2019

Am 23. Oktober 2019 fand unser fünfter und letzter Workshop im Rahmen des >>Netzwerks „Klimarisikomanagement 2050“ statt. Dieser adressierte das Thema „Feinschliff für ein ganzheitliches Klimarisikomanagement: Betrachtung von Rohstoffen, Absatzmärkten und Szenarioanalysen“. Zu Beginn fand ein kurzer Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zur Aufgabenstellung für den Workshop statt: die Bewertung der erweiterten Fassung des Excel-Tools um den Reiter „Lieferantenrisiko“.

Im Anschluss daran ging Herr Dr. Sven-Uwe Schulz von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) auf Rohstoffrisiken auf der Angebots- und Nachfrageseite ein. Er stellte in diesem Zusammenhang die DERA-Rohstoffliste vor, die Informationen von globalen Angebotskonzentrationen und spezifischen Länderrisiken von Rohstoffen zusammenfasst. Zudem verwies er auf das Rohstoffinformationssystem (ROSYS), das Unternehmen einen ersten Einblick über den deutschen Rohstoffmarkt (z.B. Auflistung der Importe und Exporte nach Land und Rohstoffen) gibt.

In einem Erfahrungsaustausch diskutierten die Teilnehmer über den Bedarf an Rohstoffen in ihrem Unternehmen. Zudem wurden Risiken, die die Rohstoffversorgung beeinträchtigen, zusammengefasst und daraus resultierende Strategien diskutiert.

co2ncept plus gab einen Überblick über die Klima(risiko)berichterstattung. Im Zuge dessen wurden den Teilnehmern unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen, wie die EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung, vorgestellt. Weitere Schwerpunkte waren der Berichterstattungsstandard der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sowie die Vorstellung von Praxisbeispielen aus der Klimarisikoberichterstattung.

Im Anschluss stellte Herr Markus Götz (sustainable AG) die sechs Schritte für die Umsetzung einer Szenario-Analyse im Rahmen der Klimarisikoberichterstattung vor. Diese bestehen u.a. aus dem Aufbau einer Governance Struktur (z.B. Integration der Szenario-Analyse in die strategische Planung), die passgenaue Identifikation und Definition der Szenarien und die Identifikation möglicher Reaktionen (z.B. Änderungen am Geschäftsmodell oder Portfolio).

Herr Simon Müller (HPC AG) präsentierte den Teilnehmern eine beispielhafte Modellierung eines Starkregenereignisses. Im Zuge dessen gab er eine Einführung in das Starkregenrisikomanagement. Dieses beinhaltet eine Gefährdungs- und Risikoanalyse. Darauf basierend führt die Erarbeitung von strategischen Maßnahmen zu einem Handlungskonzept (z.B. bauliche Maßnahmen, Kommunikation möglicher Gefahren).

Herr Dr. Ralph Hintemann (Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit) ging in seinem Vortrag auf die Auswirkungen globaler Megatrends, wie dem Klimawandel, auf Absatzmärkte von Unternehmen ein. Einerseits warnte er vor einer Gefährdung bestehender Geschäftsmodelle z.B. durch die öffentliche Sensibilisierung für Nachhaltigkeit. Andererseits hob er insbesondere die Rolle der Digitalisierung für die Zukunft hervor (z.B. Klimabeitrag durch das Einsparen von Papier oder Dienstreisen). In diesem Zusammenhang diskutierten die Teilnehmer, wie sie ihre Produktportfolios im Zuge globaler Megatrends anpassen und welche Chancen sich daraus für die Geschäftsmodelle ergeben.

Im Anschluss stellte co2ncept plus die Erweiterung des Excel-Tools um die Reiter „Rohstoffrisiken“ und „Absatzmärkte“ vor. Abschließend fand eine Feedbackrunde zum Netzwerk „Klimarisikomanagement 2050“ statt. Dabei wurden die Erfahrungen, die im Rahmen des Projektes gewonnen wurden, vorgestellt. Zudem gingen die Teilnehmer u.a. auf erste Pläne und Projekte ein, die veranschaulichten, wie das Thema weiterverfolgt werden soll.

30. Oktober 2019

Bewährte Praktiken im Umweltmanagement: Empfehlungen für das Klimarisikomanagement im Automobilsektor

Die EMAS-Verordnung (Eco Management and Audit Scheme) sieht in Artikel 46 die Erstellung branchenspezifischer Referenzdokumente vor, die u.a. bewährte Praktiken im Umweltmanagement beinhalten sollen. Ein entsprechendes Dokument für den Automobilsektor ist seit dem 07. Februar 2019 in Kraft. Dieses basiert auf einem Best-Practice-Bericht des Joint Research Centers (JRC). Einige Praktiken zielen auf die Anpassung von Standorten an die Auswirkungen von Klimarisiken ab.   

So wird beispielsweise die Installation von Dachbepflanzungen in Industriestandorten empfohlen. Bei Starkregenereignissen kann nach Ansicht der Autoren durch die Regenwasserbindung des Gründachs einer Überflutung entgegengewirkt werden. Zudem könne die Lebensdauer des Dachs durch den Schutz vor Witterung, den eine Dachbepflanzung bietet, erhöht werden.

Eine weitere Empfehlung beinhaltet die Installation eines Wasserauffang- bzw. aufbereitungssystem. Dieses kann den Bedarf der Wasserentnahme am Produktionsstandort reduzieren. Gerade in Gebieten, die von Hitze und Dürren betroffen sind, kann dies nach Ansicht der Autoren die Produktionsleistung absichern.

>> Branchenspezifisches Referenzdokument für bewährte Umweltpraktiken im Automobilsektor

>> Best-Practice-Bericht des JRC über Umweltmanagement im Automobilsektor

>> EMAS-Verordnung (1221/2009/EG)

16. Oktober 2019

Neue Prognose zur Erwärmung in Europa durch das Projekt MiKlip

Für den Zeitraum bis zum Jahr 2028 prognostiziert das Projekt „Mittelfristige Klimaprognosen (MiKlip)“ einen Anstieg der Temperatur-Mittelwerte in Europa um mehr als einen Grad Celsius gegenüber den Jahren 1980 bis 2010. Mit dieser Vorhersage würde der Zeitraum bis zum Jahr 2028 zur heißesten Periode seit dem Beginn von systematischen Wetteraufzeichnungen gehören. Dabei sei der Grad der Erwärmung im Osten Europas größer als im westlichen Teil. Südosteuropa wird durch die Klimaforscher als Region identifiziert, in der die Erwärmung am stärksten erfolgen wird.

MiKlip soll Unternehmen und die Gesellschaft bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Dafür haben verschiedene Projektpartner, darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg (MPI) oder der Deutsche Wetterdienst (DWD) ein Vorhersagesystem (COSMO-CLM) entwickelt. Dieses bietet mittelfristige Klimaprognosen mit regionaler Auflösung für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren an. Der regionale Fokus bedeutet, dass dem Vorhersagesystem ein Gitterboxsystem mit einer Maschenweite von 25 Kilometern zu Grunde liegt.

Die Berechnungen beruhen auf dem globalen Klimamodell ECHAM des MPI, das im Rahmen von MiKlip verfeinert wurde. Dafür werden detaillierte Informationen für Europa, beispielsweise über die Topografie verwendet. Auf Basis dieser Informationen werden Wind, Niederschlag und Windströme in den jeweiligen Gitterboxen berechnet. Das MiKlip-System befindet sich aktuell noch in der Testphase und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

>> Zugang zur Projektwebseite MiKlip

02. Oktober 2019

Förderrichtlinie GründachPLUS für das Land Berlin vorgestellt

Am 21. August 2019 ist die neue Förderrichtlinie GründachPLUS des Landes Berlin in Kraft getreten. Deren Förderung wird als nicht-rückzahlbare Zuwendung im Rahmen einer De-minimis Beihilfe gewährt und richtet sich insbesondere an Grundeigentümer. Gegenstand der Förderung ist die Dachbegrünung von Bestandsgebäuden in verdichteten Berliner Stadtgebieten. Diesbezüglich ist in der Förderrichtlinie (Anlage 1) nach Postleitzahlen ausgewiesen, welche Standorte sich im geografischen Fördergebiet befinden.

Das Förderprogramm GründachPLUS, das ursprünglich als „1000 grüne Dächer“ tituliert wurde, sieht zwei Förderwege vor. Neben der regulären Förderung ist dies das s.g. „Green Roof Lab“. Hierbei sollen innovative und experimentelle Projekte der Dachbegrünung mit besonderer Gemeinwohl-orientierung gefördert werden.

Die zentralen Bestandteile der Förderrichtlinie können der nachfolgenden Auflistung entnommen werden:

Förderprogramm GründachPLUS (Projektträger: IBB Business Team GmbH):

Förderung:                                                                    Reguläre Förderung oder „Green Roof Lab“

Antragsberechtigte:                                                     u.a. Grundeigentümer

Vorgeschriebenes geografisches Fördergebiet:     Ja siehe Anlage 1 in der Förderrichtlinie

                                                                                       (für Green Roof Lab Ausnahme möglich)

Art der Gebäude:                                                         Bestand

                                                                                        (für Green Roof Lab Ausnahme möglich)

Mindestfläche:                                                             100 m2

Vegetationsschicht:                                                     mind. 10 cm

                                                                                        (bei Green Roof Lab: deutlich über 10 cm)

Art der Finanzierung:                                                  Projektfinanzierung, Anteilsfinanzierung

Förderhöhe:                                                                 75 Prozent der förderfähigen Kosten

                                                                                       max. 60.000 Euro pro Gebäude

                                                                                       max. 60 Euro pro m2

                                                                                       bei Green Roof Lab bis zu 100 Prozent

Förderung der Planungskosten:                               50 Prozent, max. 10.000 Euro

Ende der Antragsfrist:                                                31. Dezember 2022

                                                                                       (Bearbeitung ab 01.November 2019)

Zweckbindungsfrist:                                                  10 Jahre ab Fertigstellung

Fertigstellungspflege:                                                 Verpflichtend bis 12 Monate nach Anlage

>> Website GründachPLUS

>> Förderrichtlinie GründachPLUS (unter ursprünglichem Titel 1000 grüne Dächer)

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