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Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Welche Instrumente und Informationsquellen können Sie bei der Bewertung betrieblicher Klimarisiken unterstützen? Wie gehen andere Unternehmen mit den Risiken des Klimawandels um? Was tut sich auf politischer Ebene im Bereich Klimarisikomanagement?

Hier finden Sie Best-Practice-Beispiele, Tools, innovative Projekte und Initiativen, interessante Studien und Analysen sowie News zu politischen Entwicklungen und Veranstaltungshinweise rund um das Management von Klimarisiken. Darüber hinaus informierten wir kontinuierlich über die Fortschritte des >> Projekts „Klimawandel – Challenge Accepted!“.

10. September 2020

Erhöhte Klima- und Umweltrisiken durch den Klimawandel für den Finanzsektor

Das NGFS hat am 10. September 2020 den Bericht „Overview of Environmental Risk Analysis by Financial Institutions“ veröffentlicht. Dieser fasst die Gefahren, die von Klima- und Umweltrisiken für die Stabilität des Finanzsektors ausgehen, zusammen. Die finanziellen Belastungen der Volkswirtschaften durch die Folgen des Klimawandels sowie eine unzureichende Risikotransformation der Banken und Finanzinstitute werden als größte Herausforderung angesehen:

Durch eine höhere Verschuldung bzw. durch eine Abwertung der möglichen Sicherheiten (z. B. Wert des Grundstückes bzw. der Anlage) steigen die Kredit- und operationellen Risiken der Kreditinstitute. Zudem vergrößert sich auch das Liquiditätsrisiko durch die erhöhte Nachfrage nach Liquidität und dem erhöhten Refinanzierungsrisiko (Risiko die zusätzlich benötigten Kredite nicht bedienen zu können). Auch das Versicherungs- und das Marktpreisrisiko für Finanzinstitute steigt durch erhöhte Klima- und Umweltrisiken. Mit zunehmenden Schäden aus Extremwetterereignissen steigt die Summe der versicherten Schäden. Dies erhöht die finanziellen Ansprüche gegenüber den Versicherungen. Gleichzeitig nimmt auch die Versicherungslücke von nicht abgedeckten Verlusten aus Extremwetterereignissen zu. Dies schwächt die Volkswirtschaft allgemein, da die individuellen Ausfallwahrscheinlichkeiten von Unternehmen, Standorten und Einzelpersonen durch die nicht ersetzten Schäden steigen. Der Bericht dient der Darstellung der Zusammenhänge von Klima- und Umweltrisiken und daraus resultierenden Risiken für den Finanzsektor. Er soll in erster Linie die Sensibilität der handelnden Akteure erhöhen. Konkrete Werte, um wie viel sich ein entsprechendes Risiko erhöht, werden nicht angegeben.

Vermehrt auftretende Extremwetterereignisse führen u. a. zu Schäden an Anlagen oder zu einer Unterbrechung der Lieferkette. Ein Anstieg der Durchschnittstemperatur sowie häufigere Hitzetage können die landwirtschaftliche Produktion einschränken bzw. einzelne Ernten zerstören. Aufgrund von geänderten, nachhaltigeren Kundenpräferenzen müssen sich Unternehmen mit Ihren Produkten neu oder angepasst am Markt aufstellen und entsprechende Investitionen in neue Produktionsverfahren tätigen. In allen Fällen führen die Folgen des Klimawandels zu einem Entzug von liquiden Mitteln bei den Produzenten und Dienstleistern. So muss kurzfristig die Investitionssumme für Renovierungen bzw. die Beseitigung der Schäden aufgebracht werden. Bei einem Ernteausfall bricht oftmals ein Großteil der Einnahmen weg. Die Umstellung von Produktionsverfahren erfordert zumeist hohe Investitionsvolumina, wobei ein Erfolg am Markt mit Unsicherheiten behaftet ist.

Für einen adäquaten Umgang mit den Klima- und Umweltrisiken hat die NGFS bereits im Jahr 2019 sechs Handlungsempfehlungen für Finanzinstitute und sonstige Teilnehmer im Finanzsystem herausgegeben:

  • Hervorhebung der Bedeutung von Klima- und Umweltrisiken im Finanzsektor (z. B. ggü. Banken, Versicherungen, privaten Versicherungs- bzw. Finanzberatern)

  • Entwicklung von analytischen Instrumenten und einheitlichen Datenbanken

  • Förderung von Demonstrationsvorhaben (z. B. Entwicklung von Versicherungsprodukten für eine besonders vom Klimawandel betroffene Region)

  • Transparenz bzgl. der Verwundbarkeit der Assetstruktur von Finanzinstituten gegenüber Klima- und Umweltrisiken

  • Entwicklung von Key Risk Indicators (KRI), die die für den Finanzsektor folgenschwersten Klima- und Umweltrisiken umfassen

  • Unterstützung von nachhaltigen Taxonomie-Verordnungen, also Klassifikationssystemen für nachhaltige Investitionen und höhere Kapitalanforderungen für umweltbelastende Finanzprodukte

 

Das Network for Greening the Financial System (NGFS) setzt sich aus 69 Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zusammen. Das NGFS wurde im Rahmen des sog. „One Plante Summit“ am 12. Dezember 2017 in Paris gegründet. Ziel des Netzwerkes ist es, das Klimarisikomanagement im Finanzsektor auszubauen und Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen sowie klimafreundliche Technologien anzureizen.

>> Zugang zum Bericht „Overview of Environmental Risk Analysis by Financial Institutions“

22. Juni 2020

Zentrale Datenbank für Klimavorsorgedienste in Deutschland (Klimavorsorgeportal - KLiVO)

Das Deutsche Klimavorsorge Portal (KLiVO) bietet dem Besucher Zugang zu kostenlosen Instrumenten und Informationen, die beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels in Deutschland helfen können. Das Portal ist Teil der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) der Bundesregierung und unterliegt einer externen Qualitätssicherung. In der Übersicht „Dienste“ des KLiVO finden sich entsprechende Steckbriefe der Angebote auf Ebene des Bundes, der Bundesländer oder einzelner Kommunen. Zusätzlich sind Dienste anderer Institutionen, wie z. B. des Deutschen Wetterdienstes (DWD) oder des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt, im KLiVO enthalten und darüber kostenlos zugänglich.

Zentraler Anlaufpunkt für Interessierte ist die Suchmaske des KLiVO-Portals. Hier können die im KLiVO enthaltenen Vorsorgedienste nach acht Kriterien bzw. in einer Stichwort- und Volltext-Suche bedarfsgerecht „gefunden“ werden. Mögliche Filteroptionen sind das Bundesland, das Handlungsfeld (bspw. der Wirtschaftssektor) oder die Klimawirkung (bspw. Hoch- und Niedrigwasser, Hitzeperioden oder Starkregen).

Nachfolgend sind exemplarisch zugängliche Analysetools oder Informationsservices, die im KLiVO enthalten und über dieses Portal zugänglich sind, angeführt:

Der Deutsche Klimaatlas wird vom DWD erhoben und gepflegt. Hier sind historische Wetterdaten und Prognosen für die lokale und regionale Entwicklung des Klimas in verschiedenen Modellen und Simulationen bis zum Jahr 2100 zusammengefasst. Der Interessierte kann sich dabei Simulationen zu verschiedenen Variablen, wie der Lufttemperatur, der Anzahl an heißen Tagen, den Niederschlag oder den Waldbrandindex, in unterschiedlichen Zeitintervallen und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Klimamodelle anzeigen lassen.

Ein weiterer Dienst ist der sog. UV-Index. Hier werden die am Boden erwarteten Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung angegeben. Mit diesem Warnsystem möchte der DWD zur Vorsorge von Hautkrebs während einer Tätigkeit im Freien beitragen.

Über das KLiVO wird zudem ein Zugang zu den Hitzewarnungen des DWD ermöglicht. Hierbei soll frühzeitig vor lokalen Hitzeextremen gewarnt werden, um entsprechende Anpassungsmaßnahmen beispielsweise für Mitarbeiter oder Anlagen im Betrieb anzuregen.

Darüber hinaus finden sich weitere Anpassungsinstrumente, wie das Länderübergreifende Frühwarnsystem und Hochwasserportal (LHP) mit rund 1.300 aktuellen Pegelständen an deutschen Fließgewässern, der Leitfaden für den „Schutz kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement“ des BMI oder Zugang zur Webseite „Elementar versichern“ des StMWi im KLiVO wieder.

Ebenso werden Ergebnisse aus Klimaanpassungsprojekten vorgestellt. So beispielsweise auch der von co2ncept plus entwickelte ClimateRisk-Mate aus dem Projekt „Klimawandel Challenge Accepted“. Das Tool unterstützt Unternehmen bei der Identifizierung und Bewertung von Klimarisiken. Über den Steckbrief wird man zum Climate Risk Mate weitergeleitet, wo das Excel-basierte Tool heruntergeladen und eine Arbeitshilfe bereitgestellt wird.

>> Zugang zum KLiVO-Portal

>> Zugang zur Dienste-Suchmaske des KLiVO

04. Juni 2020

Projekt „Klimabaustoffe“ der HanseGrand Klimabaustoffe e.K.

Die HanseGrand Klimabaustoffe e. K. hat im Zuge des Projektes „Klimabaustoffe“ Materialien für den Wegebau entwickelt, die eine offenporige und resistente Wegestruktur ermöglichen. Im Zuge des Klimawandels treten Extremwetterereignisse häufiger und intensiver auf. Der Niederschlag oder die Hitze greifen dabei herkömmlich asphaltierte oder natürliche Wegestrukturen in besonderem Maße an. In der Folge kann die Nutzbarkeit der Infrastruktur beeinträchtigt werden (z. B. Asphalt-Krebs, erhöhte Porosität des Weges).

Die offenporigen Klimabaustoffe verfügen nach Herstellerangaben über eine hohe Wasser- und Luftdurchlässigkeit. Somit sollen Sie durch eine gesteigerte Bodenatmung eine positive Wirkung auf das Mikroklima haben. Die Speicherkapazität erhöht zudem im Falle eines Starkregenereignisses die Wasser-Aufnahme- und Durchleitungsfähigkeit der Infrastruktur in das Grundwasser. Die Klimabaustoffe setzen sich in ihrer Textur aus einer Kombination von natürlichen Ressourcen zusammen. Insbesondere ein Kakteenextrakt, der sog. Stabilizer, soll die Abnutzung der Oberfläche bei intensiver Nutzung reduzieren.

In den letzten drei Jahren wurden ca. 1.200 Kilometer Wegestrecke mit den Klimabaustoffen gedeckt. Damit konnten laut Projektleitung eine Fläche von 2.400 km2 entsiegelt werden.

>> Projekt Klimabaustoffe

20. Mai 2020

Klimawandelbedingte Naturgefahren in Anlagen mit gefährlichen Stoffen

Das Umweltbundesamt (UBA) hat am 14. Mai 2020 eine Expertise über den Einfluss von klimawandelbeeinflussten Naturgefahren auf Anlagen, in denen gefährliche Stoffe vorhanden sind, veröffentlicht. Adressiert werden Unternehmensbereiche, die der Störfall-Verordnung unterliegen, sowie Anlagen mit gefährlichen Stoffen, die nach § 3 Absatz 5a des Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftig sind. Die Expertise fasst die Ergebnisse von zwei UN/OECD – Workshops im Rahmen des NATECH II – Projektes (NATECH = Natural Hazard Triggered Technological Accidents) zusammen und listet unterschiedliche Best-Practice-Beispiele auf.

Gewitter, Stürme oder Niederschläge können durch Einwirken auf (technische) Anlagen erhebliche Schäden anrichten. Werden in solchen Anlagen zusätzlich gefährliche Stoffe gelagert oder verarbeitet, so ist auch eine eventuelle Freisetzung dieser Stoffe für das Schadensausmaß relevant.

Die Expertise geht u. a. davon aus, dass Gewitter durch den Klimawandel häufiger und intensiver auftreten werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit der Überflutung von installierten Anlagen und die Gefahr, dass gefährliche Stoffe in das Grundwasser gelangen. Längere und intensivere Hochtemperaturphasen könnten ohne entsprechende Adaption die Temperatur innerhalb der Anlagen erhöhen und z. B. unerwünschte chemische Reaktionen der gelagerten Stoffe auslösen.

Das Dokument gibt allgemeine Empfehlungen für das Klimarisikomanagement u. a. für Betreiber von entsprechenden Anlagen. Diese sollten natürliche Gefahrenquellen, die sich durch den Klimawandel verändern können, bei der Störfallanalyse ihres Standortes einbeziehen. Beispiele hierfür sind:

Die Etablierung von Frühwarnsystemen, spezialisierte Alarm- und Gefahrenabwehrpläne, die Errichtung von Koordinationsstellen für die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Gemeinden sowie dem Landkreis im Unglücksfall oder die entsprechende Fortbildung sowie Schulung der Mitarbeiter im Gefahrenabwehrmanagement.

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>> Zugang zur UBA-Expertise

07. Mai 2020

Aktualisierung der Strategie für Wassersicherheit des StMUV

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat am 04. Mai 2020 eine Aktualisierung der Strategie für Wassersicherheit bekannt gegeben. Der Minister begründete dies mit den negativen Folgen, die der Klimawandel auf die Wasserverfügbarkeit in Bayern hat. So häufen sich nach Ansicht des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) abnehmende Niederschläge in den Sommerhalbjahren und generell länger andauernde Trockenperioden in Bayern. 

Gemäß der angepassten Strategie für Wassersicherheit soll die Trinkwasserversorgung in Bayern auf Basis regionaler Wasserbilanzen sichergestellt werden. In den Regierungsbezirken werden die Wasserbilanzen unter Verwendung neuester Daten und Klimamodelle aktualisiert. Die bayerische Trinkwasserversorgung ist hinsichtlich der Gewinnung und der Versorgung dezentral aufgebaut. Das bedeutet, dass das Trinkwasser nahezu vollständig vor Ort aus dem Grundwasser gewonnen wird. Die aktualisierten regionalen Wasserbilanzen sollen daher die einzelnen bayerischen Trinkwassereinzugsgebiete ermitteln und differenziert bewerten.

Auf Basis dieser Analyse können Maßnahmen vor Ort, wie die Ausweisung von Wasserschutz- oder wasserwirtschaftlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten, erfolgen. Als Reaktion auf die klimawandelbedingte zunehmende Trockenheit in Bayern werden zudem sog. Verbundleitungen zwischen einzelnen Wasserversorgungsgebieten gefördert. Damit soll die Wasserverfügbarkeit insgesamt erhöht und die Versorgung zusätzlich abgesichert werden. Der Freistaat hat diesbezüglich eine Fördersumme von 35 Mio. Euro für den Bau von insgesamt 300 Kilometern Verbundleitungen zugesagt.

Darüber hinaus soll die Wasserverfügbarkeit auch in der Landwirtschaft unterstützt werden. Hierfür fördert das Staatsministerium nachhaltige und innovative Bewässerungskonzepte, die in diesem Jahr in erste Pilotprojekte überführt werden sollen. Ziel ist dabei die Vereinbarkeit von effizienter Wasserentnahme zur Schonung der Wasserressourcen und gleichzeitiger flächendeckender Versorgung für die landwirtschaftliche Produktion.

>> Pressemitteilung zur Aktualisierung der Strategie für Wassersicherheit

27. April 2020

Waldzustandsbericht 2019 veröffentlicht

Die Bundesländer erstellen jährlich auf Basis eines systematischen Netzes an Stichproben einen Waldzustandsbericht. Das Thünen-Institut fasst die Ergebnisse und Daten aller Berichte im Waldzustandsbericht der Bundesregierung zusammen. Für das Jahr 2019 wurde dieser am 07. April 2020 veröffentlicht. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung des deutschen Waldes im Jahr 2019 durch Trockenstress gekennzeichnet war. Die Autoren machen dies u. a. an einem lichteren Kronenzustand, der größeren Ausbreitung von Schädlingen insbesondere bei der Fichte
(z. B. der Borkenkäfer) und einem vermehrten Absterben von Bäumen fest.

Die durch den Klimawandel häufiger und intensiver aufgetretenen Hitze- bzw. Dürreperioden hätten in den Vegetationszeiten zu einem verfrühten Abfall der Blätter geführt, so die Studie. Der Belaubungszustand ist dabei ein Indikator für die Vitalität und die Widerstandsfähigkeit der Bäume. Der Anteil der Bäume mit intakter Kronenverlichtung (Maß für einen gesunden voll belaubten/benadelten Baum) am Gesamtbaumbestand war mit ca. 22 Prozent in 2019 auf einem historischen Tiefstand. Dagegen stieg in 2019 der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 36 Prozent.

Die Baumarten Eiche und Buche weisen mit 50 bzw. 47 Prozent einen besonders hohen Anteil dieser deutlichen Kronenverlichtungen auf. Bei der Fichte bzw. der Kiefer betrug der Anteil „nur“ 36 bzw. 26 Prozent.

 

Die deutschen Wälder sind ein großer Kohlenstoffspeicher und somit wichtiger Bestandteil des Kohlenstoffkreislaufes. Die Kohlenstoffinventur 2017 beziffert den gebundenen Kohlenstoff in den Wäldern sowie in Totholz auf 1,26 Mrd. Tonnen C. Der deutsche Wald fungiert zudem als Senke und entlastet die Atmosphäre um ca. 62 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Eine klimawandelbedingte Verschlechterung des Waldzustandes kann diese Speicherfähigkeit reduzieren und die Klimawirksamkeit der deutschen Wälder weiter einschränken.

>> Waldzustandsbericht der Bundesregierung 2019

13. April 2020

Abmilderung der Gefahren aus Hochwasser und Dürren durch Flussauen

Am 03. März 2020 hat die Europäische Umweltagentur (EUA) den Bericht „Floodplains: a natural system to preserve and restore“ veröffentlicht. Darin weist die EUA bei natürlichen Überflutungsflächen/Flussauen auf einen durch menschliche Einwirkung verursachten Flächenrückgang von 90 Prozent in den letzten zwei Jahrhunderten hin.

Als Gründe führt der Bericht bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen, Flussbegradigungen, landwirtschaftliche Flächennutzung oder die Urbanisierung an. Alle Maßnahmen hätten eine Entkoppelung von Flussverlauf und Flussauen zur Folge gehabt. Die EUA fordert daher einen ökologischen Ansatz bei der Pflege und größere Anstrengungen bei der Wiederherstellung der Flussauen in Europa. Sie hebt dabei die Bedeutung, die diese natürlichen Überflutungsflächen für den Hochwasserschutz, die Abmilderung von Dürreperioden, die Wasserqualität und das Bewahren der Biodiversität haben, hervor.

Die von Hochwasser verursachten Schäden zählen auch in weiten Teilen Europas für Staaten, Unternehmen und die Bevölkerung zu den wirtschaftlich folgenschwersten. Die Munich RE beziffert den weltweiten Gesamtschaden aus Hochwassern seit 1980 auf 1.092 Mrd. US-Dollar.

Durch den Klimawandel haben sowohl Hochwasser- als auch Dürreereignisse an Häufigkeit und Intensität zugenommen, so die EUA. Intakte Flussauen nehmen bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels in Europa, durch Ihre Funktion als natürliches Reservoir zum Puffer der Wassermengen oder als klimatischer Ausgleich von hohen Temperaturen, eine wichtige Ausgleichsrolle ein.

>> Bericht „Floodplains: a natural system to preserve and restore“  der EUA

>> Bilanz der Schäden aus Hochwasser seit 1980 der Munich RE

31. März 2020

Neue Angebote des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Dekadische Klimavorhersagen und Starkregenstatistik

Sehr gerne möchten wir Sie auf zwei neue Angebote des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aufmerksam machen:

Die dekadischen Klimavorhersagen sollen die mittelfristigen meteorologischen Folgen des Klimawandels für Europa und die gesamte Welt aufzeigen. Damit können laut DWD Investitionsentscheidungen der Unternehmen bereits jetzt an die zu erwartenden Folgen des Klimawandels angepasst werden. Zudem soll beispielsweise die Energiewirtschaft durch die dekadischen Klimavorhersagen Reserveleistungen für windärmere Jahre effizienter planen können. Die dekadischen Klimavorhersagen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zugang erhalten Sie über den Link unterhalb des Artikels.

 

Die aktuelle dekadische Klimavorhersage zeigt für das laufende Jahr 2020 eine um ein bzw. anderthalb Grad Celsius höhere Durchschnittstemperatur in allen deutschen Regionen (ggü. dem Mittel der Referenzperiode 1981 bis 2010). Das Fünfjahresmittel der Jahre 2025 bis 2029 berechnet für West- und Ostdeutschland anderthalb bzw. zwei Grad höhere Durchschnittstemperaturen.

Die Starkregenstatistik erfasst flächendeckend Starkregenniederschläge und ist das zweite neue Angebot des DWD. Eine erste Auswertung zeigt, dass Starkregenereignisse in Deutschland bevorzugt in den „warmen“ Monaten Mai bis September auftreten. Im Jahr 2018 waren in diesem Zeitraum überdurchschnittlich viele Starkregenereignisse in Deutschland zu verzeichnen, obwohl der Sommer gleichzeitig überdurchschnittlich trocken war. Sollte sich dieses Zusammenspiel verstetigen, würde der Klimawandel gemäß DWD selbst in warmen und zugleich trockenen Sommern eine Zunahme an Starkregenereignissen initiieren. Die Starkregenstatistik wird in das reguläre Informationsangebot aufgenommen und ist auf der Webseite des DWD abrufbar.

>> Webseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD)

>> Zugang zu den dekadischen Klimavorhersagen

17. März 2020

2019 zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen

Im Jahr 2019 betrug die Mitteltemperatur in Deutschland 10,3 Grad Celsius. Damit war das vergangene Jahr das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnung im Jahr 1880. Neun der zehn wärmsten Jahre in Deutschland traten zudem in den letzten 20 Jahren auf. Dies gab der Deutsche Wetterdienstes (DWD) in seiner jährlichen Pressekonferenz am 17. März 2020 bekannt. Der DWD hob in seiner Bilanz für 2019 u. a. die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis zur Orkanstärke in der ersten Märzhälfte 2019 sowie starke und anhaltende Schneefälle am Nordstau der Alpen Anfang Januar 2019 als markante meteorologische Ereignisse hervor.

>> weiterführende Informationen

06. März 2020

Programm „Rhein 2040“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) verabschiedet

Im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) wurde am 10. Februar 2020 in Amsterdam das Programm „Rhein 2040“ beschlossen. In der IKSR sind die Rheinanrainerstaaten, darunter Deutschland, Frankreich oder die Niederlande, in einer Flussgebietskommission zusammengefasst. Ziel dieser grenzüberschreitenden Initiative ist es, die Vereinbarkeit von wirtschaftlicher Nutzung und ökologischem Schutz entlang des gesamten Flussverlaufs des Rheins zu erhöhen.

Im Programm „Rhein 2040“ werden u. a. die Folgen des Klimawandels auf den Flussverlauf des Rheins und die Wasserverfügbarkeit andressiert. So soll das Niedrigwasser-Monitoring im Rahmen der IKSR weiter ausgebaut und die Strategie zur Klimawandelanpassung der IKSR bis zum Jahr 2025 aktualisiert werden.

Hochwasserrisiken sollen u. a. durch die Wiederherstellung von Überschwemmungsgebieten im Umfang von 200 Quadratkilometern und die Verbindung von 100 Altarmen mit dem aktuellen Flussverlauf des Rheins gemindert werden. Die Staaten des IKSR planen zudem bis 2040 die Hochwasserrisiken um 15 Prozent gegenüber 2020 zu reduzieren. Bei der Risikobewertung soll dabei das Tool FloRiAn, das auf einem Geoinformationssystem basiert, unterstützen. Dieses Analyseinstrument ermöglicht eine quantitative Einschätzung über die Wirksamkeit von Hochwasser-Präventionsmaßnahmen am Rhein.

>> Pressemitteilung zum Programm "Rhein 2040"

>> Zugang zum Analyse-Tool FloRiAn

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